Heute haben wir mit Heidi Z. telefoniert. In diesen heissen Tagen rufen wir unsere Klient:innen an und fragen nach, wie es ihnen geht und ob sie mit der Hitze zurechtkommen.

Als Heidi den Telefonhörer abnahm, klang ihre Stimme zunächst dünn und etwas kraftlos. Heidi ist Jahrgang 1936 und verbringt viel Zeit allein.

Doch kaum begann sie von ihrem Freiwilligen zu erzählen, veränderte sich ihre Stimme. „Wissen Sie, er kommt regelmässig zu mir. Und mit ihm kann ich über alles sprechen. Wirklich über alles.“ Plötzlich wurde Heidi munterer. Ihre Stimme klang wärmer, fröhlicher und lebendiger. Die Worte sprudelten nur so aus ihr heraus.

Seit vier Monaten wird sie von einem Freiwilligen besucht. Für Heidi sind diese Begegnungen weit mehr als nur eine Abwechslung im Alltag.

„Er ist so ein lieber Mensch. Er hört mir zu und nimmt sich Zeit. Das tut mir einfach gut.“

Vor Kurzem begleitete er sie beim Kauf eines neuen Rollators. Abgeholt wurde Heidi mit einem grossen SUV. „Als ich dieses riesige Auto gesehen habe, dachte ich: Wie soll ich denn da hineinkommen?“, erzählte sie lachend. „Aber irgendwie haben wir es geschafft. Das war vielleicht ein Theater!“ Gemeinsam fuhren sie in ein Fachgeschäft für Sanitätsbedarf. Dort konnte Heidi verschiedene Rollatoren ausprobieren und selbst entscheiden, welches Modell am besten zu ihr passt. „Ich durfte alle testen: vorwärts, rückwärts, bremsen – alles“, erzählte sie stolz. „Jetzt habe ich einen ganz modernen Rollator. Und stellen Sie sich vor: Die Bremsen funktionieren sogar richtig!“ Man hörte ihr an, wie sehr sie sich darüber freute. Nicht nur über den neuen Rollator, sondern auch darüber, diesen Moment nicht allein erlebt zu haben.

Auch an ihrem Geburtstag dachte ihr Freiwilliger an sie. Aus seinen Ferien brachte er ihr ein grünes Steinarmband und eine Tasse mit einer Katze darauf mit. „Das Armband ist wunderschön. Und Katzen mag ich sowieso“, sagte Heidi. „Aus der Tasse trinke ich jetzt jeden Morgen meinen Kaffee. Dann denke ich immer daran, dass er sie extra für mich ausgesucht hat.“ Es sind kleine Geschenke. Und doch bedeuten sie viel. Sie erzählen davon, dass jemand an Heidi gedacht hat – sogar während seiner Ferien.

Dann erzählte sie vom alten VW Käfer ihres Freiwilligen. Er habe ihr versprochen, mit ihr eine Ausfahrt zu machen. „Ich habe zu ihm gesagt: Das können wir schon machen. Aber zum Einsteigen brauche ich einen Kran!“ Heidi lachte herzlich. „Und beim Aussteigen wahrscheinlich gleich noch einmal!“

Seit sie regelmässig besucht wird, geht es ihr psychisch deutlich besser. „Früher war ich sehr viel allein. Jetzt weiss ich: Da ist jemand, der wiederkommt. Jemand, der mich nicht vergisst.“ Sie machte eine kurze Pause. „Es ist einfach schön, mit einem lieben Menschen Zeit zu verbringen. Man braucht gar nicht immer etwas Besonderes zu machen. Reden, lachen, zusammen unterwegs sein – das reicht schon.“

Am Anfang des Telefonats war Heidis Stimme leise und müde gewesen. Doch während sie erzählte, wurde sie immer lebendiger. Am Ende klang ihre Stimme voller Wärme, Freude und Lebenslust.

Diese Geschichte zeigt, was Schenkzeit bewirken kann: Aus einem Besuch entsteht Vertrauen. Aus gemeinsamer Zeit entsteht Nähe. Und aus dem Gefühl, allein zu sein, wächst die Gewissheit: „Da ist jemand, der an mich denkt.“

Hinweis: Die direkten Aussagen von Heidi sind sinngemäss wiedergegeben. Das Foto ist KI-generiert.

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